Scheidentrockenheit in den Wechseljahren: Sie müssen Schmerzen nicht hinnehmen
Dr. med. Sigrid Jahn · · 2 Min
Wenn Schleimhäute empfindlicher werden
In den Wechseljahren sinkt die Östrogenwirkung. Die Schleimhaut im Intimbereich kann dadurch dünner und trockener werden. Brennen, Reizungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind möglich; auch Beschwerden an den Harnwegen können vorkommen.
Trotzdem ist nicht jedes Brennen automatisch hormonell bedingt. Infektionen und Hauterkrankungen können ähnlich wirken. Eine Untersuchung hilft, die Ursache zu klären, insbesondere bei neuen oder anhaltenden Beschwerden.
Was ohne Hormone unterstützen kann
Vaginale Feuchtigkeitspräparate können die Schleimhautpflege unterstützen. Gleitmittel verringern Reibung beim Geschlechtsverkehr, wirken aber anders als längerfristige Feuchtigkeitsprodukte. Wählen Sie gut verträgliche, möglichst reizfreie Produkte und achten Sie bei Kondomen auf die Herstellerangaben zur Verträglichkeit.
Vermeiden Sie Duftprodukte und Scheidenspülungen. Erzwingen Sie keinen schmerzhaften Geschlechtsverkehr; sprechen Sie über Beschwerden und passen Sie Sexualität so an, dass sie angenehm bleibt. Schmerzen sind kein Preis, den Sie für Nähe bezahlen müssen.
Örtliche Behandlung individuell besprechen
Eine lokale östrogenhaltige Behandlung kann für bestimmte Beschwerden geeignet sein. Sie ist nicht dasselbe wie eine systemische Hormonersatztherapie. Trotzdem gehören Vorerkrankungen, frühere Krebserkrankungen, Medikamente und Ihre Wünsche in die Beratung.
Verwenden Sie keine fremden Hormonpräparate oder ungeprüften „Hormoncremes“. Gemeinsam kann ein passender Behandlungsversuch mit Verlaufskontrolle geplant werden. Nicht jede Frau braucht dieselbe Lösung.
Welche Zeichen untersucht werden sollten
Jede neue vaginale Blutung nach den Wechseljahren muss abgeklärt werden. Auch anhaltende Hautveränderungen, Wunden, ungewöhnlicher Ausfluss oder deutliche Schmerzen gehören untersucht. Fieber und Unterbauchschmerzen sind kein typisches Zeichen einfacher Trockenheit.
Online können wir erste Fragen zu Produkten und Behandlungen besprechen. Zur sicheren Unterscheidung der Ursachen kann eine Untersuchung vor Ort erforderlich sein. Die verlinkte Quelle behandelt die Wechseljahre insgesamt und ordnet diese Veränderungen ein.
Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.
— Dr. med. Sigrid Jahn
Quellen
- Patienteninformation zum Thema – gesund.bund.de, Gesundheitsportal des Bundes. Redaktionell geprüft am 19.10.2026.