Kopfschmerztagebuch zum Ausdrucken: PDF und Ausfüllbeispiel

Dr. med. Kathrin Hamann · Ärztinnenprofil · · 6 Min

Kurzantwort

Wann treten Ihre Kopfschmerzen auf, wie stark sind sie und was hilft? Laden Sie das kostenlose Kopfschmerztagebuch herunter und erfahren Sie anhand eines Beispiels, welche Angaben für die ärztliche Beratung wichtig sind.

Ihr Kopfschmerztagebuch als PDF

Ein Kopfschmerztagebuch zum Ausdrucken hilft Ihnen, wiederkehrende Beschwerden für die ärztliche Beratung festzuhalten. Sie müssen keine Diagnose stellen: Notieren Sie möglichst konkret, was Sie wahrnehmen, wann es auftritt und welche Medikamente Sie einnehmen.

Kostenloses Kopfschmerztagebuch als PDF herunterladen

Die Vorlage enthält zwei Seiten im Querformat mit einer Tabelle und einer Fortsetzungsseite. Drucken Sie beide Seiten aus und weitere Exemplare nach Bedarf. Auf der Vorlagenseite zum Kopfschmerztagebuch finden Sie den Download ebenfalls.

Wichtig: Bei plötzlich einsetzendem extrem starkem Kopfschmerz oder Kopfschmerz mit neuen Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen wählen Sie 112. Warten Sie nicht erst auf mehrere Tagebucheinträge.

Welche Angaben gehören in das Tagebuch?

Unsere Vorlage bietet Felder für:

  • Datum, Beginn und Dauer: Wann begann der Schmerz, wie lange hielt er an?
  • Stärke von 0 bis 10: 0 bedeutet kein Schmerz, 10 den stärksten vorstellbaren Schmerz. Die Einschätzung ist persönlich; vergleichen Sie vor allem Ihre eigenen Einträge.
  • Ort und Charakter: Zum Beispiel links an der Schläfe, beidseitig an der Stirn, drückend oder pulsierend.
  • Begleitsymptome: Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Wahrnehmungsstörungen. Notieren Sie Beobachtungen, statt selbst eine Ursache festzulegen.
  • Mögliche Auslöser: Etwa wenig Schlaf, Stress oder Zyklusphase. Ein zeitlicher Zusammenhang beweist noch keinen Auslöser.
  • Medikament und Dosis: Schreiben Sie den Namen und die tatsächlich eingenommene Menge auf. Ergänzen Sie die Einnahmezeit, falls möglich.
  • Wirkung: Hat das Mittel geholfen? Da das Feld eine Skala anbietet, machen Sie die Bedeutung Ihres Wertes durch einen kurzen Zusatz eindeutig, etwa „deutlich besser nach 2 Stunden“.

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt Kalender zur Dokumentation von Beschwerden und Behandlung: Sie können Muster sichtbar machen und dabei helfen, den Therapieerfolg einzuschätzen. Das Tagebuch unterstützt die Diagnose, ersetzt aber weder das Gespräch noch eine Untersuchung.

Ausfüllbeispiel: So könnte ein Eintrag aussehen

Dieses Beispiel ist frei erfunden und keine Medikamentenempfehlung:

FeldBeispiel
Datum / Beginn19.10.2026, 14:30 Uhr
Daueretwa 3 Stunden
Stärke6 von 10
Ort / Charakterlinke Schläfe, pulsierend
BegleitsymptomeÜbelkeit, Licht unangenehm
Mögliche Auslöserkurze Nacht; Zusammenhang unklar
Medikament / Dosiskein Medikament genommen
Wirkung / Verlaufim abgedunkelten Zimmer etwas besser

Eine solche Zeile allein beweist keine Migräne. Entscheidend sind der gesamte Verlauf, Ihre Vorgeschichte und die ärztliche Untersuchung. Mehr zur grundsätzlichen Bedeutung des Tagebuchs lesen Sie im Beitrag zur Kopfschmerztagebuch-Vorlage.

Wie lange sollten Sie das Kopfschmerztagebuch führen?

Bei wiederkehrenden Beschwerden sind Aufzeichnungen über mehrere Wochen oft hilfreich. Unsere Vorlage nennt vier bis acht Wochen als praktischen Beobachtungszeitraum. Das ist keine Wartefrist: Vereinbaren Sie bei neuen oder zunehmenden Beschwerden früher einen Termin und führen Sie das Tagebuch parallel.

Notieren Sie möglichst auch schmerzfreie Tage, etwa mit „kein Kopfschmerz“ und „kein Akutmedikament“, wenn das zutrifft. So lassen sich Kopfschmerztage und Einnahmetage besser zählen. Falls ein Medikament an einem schmerzfreien Tag aus einem anderen Grund eingenommen wurde, vermerken Sie diesen Grund.

Bei häufigen Beschwerden kann Ihr Behandlungsteam einen anderen Zeitraum oder einen eigenen Kalender vorgeben. Benutzen Sie dann die vereinbarte Form.

Warum auch die Medikamententage wichtig sind

Eine häufige und regelmäßige Einnahme von Akutmedikamenten kann Kopfschmerzen verstärken oder aufrechterhalten. Deshalb zählt nicht nur die Menge, sondern auch an wie vielen Tagen Sie Medikamente verwenden. Die genaue Grenze hängt unter anderem vom Wirkstoff und dem Einnahmemuster ab; es gibt keine pauschale sichere Monatszahl für jedes Präparat.

Die PDF-Vorlage enthält eine vereinfachte Zehn-Tage-Regel als Vorsichtshinweis. Das ist keine individuelle Einnahmeempfehlung und keine Aufforderung, eine ärztlich verordnete Behandlung eigenständig zu ändern. Wenn Sie häufig Schmerzmittel oder Migränemittel brauchen, besprechen Sie eine passende Akut- und gegebenenfalls vorbeugende Behandlung. Gesundheitsinformation.de weist darauf hin, dass zu häufige regelmäßige Schmerzmitteleinnahme selbst häufigere Kopfschmerzen begünstigen kann.

Wann reicht Dokumentieren nicht aus?

Holen Sie umgehend medizinische Hilfe bei Warnzeichen wie:

  • plötzlich einsetzendem, ungewöhnlich starkem Kopfschmerz;
  • neuen neurologischen Beschwerden, etwa Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen;
  • Kopfschmerz mit Fieber und Nackensteifigkeit;
  • neuen starken Beschwerden nach einer Kopfverletzung.

Bei einem akuten schweren Zustand gilt 112. Neue Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sollten ebenfalls umgehend ärztlich eingeordnet werden. Auch erstmals auftretende, deutlich veränderte oder stetig zunehmende Kopfschmerzen gehören zeitnah abgeklärt. Die DMKG erläutert diese besonderen Situationen in ihrer Patienteninformation.

Für die geplante Besprechung wiederkehrender Beschwerden können Sie einen Termin in der Sprechstunde vereinbaren. Bringen Sie das Tagebuch, Ihre Medikamentenliste und vorhandene Vorbefunde mit. Notfallbeschwerden gehören nicht in eine Online-Anfrage.

Häufige Fragen zum Kopfschmerztagebuch zum Ausdrucken

Ist das PDF kostenlos und ohne Anmeldung erhältlich?

Ja. Sie können das Kopfschmerztagebuch als PDF direkt kostenlos herunterladen, ohne sich zu registrieren.

Eignet es sich auch bei Spannungskopfschmerzen?

Ja. Die Felder beschreiben Beschwerden unabhängig von der späteren Diagnose. Auch bei unklaren oder unterschiedlichen Kopfschmerzen können die Einträge die Beratung unterstützen.

Was mache ich, wenn ich eine Angabe nicht mehr weiß?

Schreiben Sie „unklar“ oder kennzeichnen Sie eine Schätzung. Eine ehrliche ungefähre Angabe ist hilfreicher als nachträglich erfundene Genauigkeit.

Muss ich bei jeder Attacke einen Auslöser finden?

Nein. Lassen Sie das Feld leer oder schreiben Sie „kein erkennbarer Auslöser“. Das Tagebuch soll nicht dazu führen, ohne Grund immer mehr Lebensmittel oder Aktivitäten zu meiden.

Quellen und redaktioneller Hinweis

Redaktionell geprüft am 19. Oktober 2026. Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann