Endometriose: Wenn Regelschmerzen den Alltag bestimmen
Dr. med. Sigrid Jahn · · 2 Min
Mehr als eine besonders schmerzhafte Periode
Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Es kann Entzündungen und Beschwerden verursachen. Mögliche Zeichen sind starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Beschwerden beim Stuhlgang und Wasserlassen.
Nicht jede Frau hat dieselben Symptome. Manche haben wenig Beschwerden, andere erhebliche Einschränkungen. Die Stärke des Schmerzes sagt nicht zuverlässig aus, wie ausgedehnt die Endometriose ist. Und schmerzhafte Perioden allein beweisen die Diagnose nicht.
Ihre Beobachtungen helfen
Notieren Sie, wann Schmerzen auftreten, wie stark sie sind und ob sie mit dem Zyklus zusammenhängen. Auch Müdigkeit, Blutungsprobleme, Darm- oder Blasenbeschwerden und Kinderwunsch gehören ins Gespräch. Sie müssen nicht warten, bis Beschwerden unerträglich sind.
Die Abklärung kann eine gynäkologische Untersuchung und Ultraschall umfassen. Nicht jeder Herd ist im Ultraschall sichtbar. Welche weiteren Untersuchungen nötig sind, hängt von Ihrer Situation ab; eine Operation ist nicht für jede Patientin der erste Schritt.
Behandlung wird gemeinsam geplant
Schmerzmittel, hormonelle Behandlungen oder operative Verfahren können infrage kommen. Wichtig sind Beschwerden, Befunde, Verträglichkeit und Ihre Lebensplanung. Bei Kinderwunsch ändern sich manche Optionen. Eine spezialisierte Mitbehandlung kann sinnvoll sein.
Bewegung, Wärme und Unterstützung im Umgang mit chronischen Schmerzen können ergänzen, ersetzen aber keine notwendige medizinische Behandlung. Keine bestimmte Diät oder Nahrungsergänzung garantiert eine Heilung.
Nicht alles dem bekannten Befund zuschreiben
Plötzliche ungewohnte starke Schmerzen, Fieber, Ohnmacht oder Beschwerden bei möglicher Schwangerschaft sollten rasch abgeklärt werden, auch wenn Endometriose bereits bekannt ist. Akute neue Symptome können eine andere Ursache haben.
Online können wir Aufzeichnungen, Befunde und Behandlungsfragen besprechen. Die Diagnostik benötigt gegebenenfalls Untersuchungen vor Ort. Ziel ist nicht, Ihre Schmerzen kleinzureden, sondern eine tragfähige Behandlung für Ihren Alltag zu finden.
Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.
— Dr. med. Sigrid Jahn
Quellen
- Patienteninformation zum Thema – IQWiG / Gesundheitsinformation.de. Redaktionell geprüft am 19.10.2026.