Veränderter Ausfluss und Geruch: Was eine bakterielle Vaginose bedeutet

Dr. med. Sigrid Jahn · · 2 Min

Ein verändertes Gleichgewicht

In der Scheide leben verschiedene Bakterien. Häufig spielen Milchsäurebakterien eine schützende Rolle. Bei einer bakteriellen Vaginose verändert sich dieses Gleichgewicht. Es können dünnflüssiger Ausfluss und ein auffälliger, manchmal fischiger Geruch auftreten; manche Frauen haben gar keine Beschwerden.

Das ist kein Urteil über Sauberkeit. Intensives Waschen oder Scheidenspülungen können das Milieu zusätzlich stören. Eine Vaginose ist auch nicht dasselbe wie ein Scheidenpilz, weshalb ein Pilzmittel daran vorbeigehen kann.

Warum eine Untersuchung sinnvoll ist

Ausfluss kann normal sein und sich im Zyklus verändern. Neuer Geruch, Brennen oder anhaltende Veränderungen können aber auch andere Infektionen anzeigen. Durch Fragen, Untersuchung und gegebenenfalls einen Abstrich lässt sich die Ursache genauer feststellen.

Erwähnen Sie eine Schwangerschaft, neue Medikamente, bisherige Behandlungen und mögliche Risiken für sexuell übertragbare Infektionen. Diese Angaben helfen bei der Wahl der Untersuchungen; sie sind kein Anlass für Vorwürfe.

Behandlung statt Dauerselbstversuch

Eine behandlungsbedürftige bakterielle Vaginose wird häufig mit ärztlich ausgewählten Antibiotika behandelt, örtlich oder zum Einnehmen. Welche Form geeignet ist, hängt von Ihrer Situation ab. Verwenden Sie keine übrig gebliebenen Antibiotika. Probiotische Produkte ersetzen eine notwendige Behandlung nicht zuverlässig.

Rückfälle kommen vor. Wenn Beschwerden wiederkehren, braucht es eine erneute Beurteilung statt immer derselben Selbstbehandlung. Ob eine Partnerbehandlung relevant ist, sollte individuell besprochen werden.

Was Sie selbst beachten können

Verzichten Sie auf Scheidenspülungen, Duftprodukte und aggressive Reinigung. Pflegen Sie den äußeren Bereich sanft. Beschwerden müssen nicht „weggewaschen“ werden.

Bei Fieber, Unterbauchschmerzen, Blutungen oder Beschwerden in der Schwangerschaft sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen. Online können wir erste Fragen und die Dringlichkeit klären; für eine sichere Diagnose ist oft eine Untersuchung vor Ort nötig.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Sigrid Jahn

Quellen