Verstopfung: Den Stuhlgang erleichtern, ohne ständig zu pressen
Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min
Nicht die tägliche Häufigkeit allein zählt
Sie müssen nicht jeden Tag Stuhlgang haben. Entscheidend sind auch harter Stuhl, mühsames Pressen oder das Gefühl, nicht vollständig entleert zu sein. Der medizinische Begriff für Verstopfung lautet Obstipation.
Veränderungen von Ernährung, Bewegung und Tagesablauf können beitragen. Ebenso kommen Medikamente, beispielsweise manche Schmerzmittel, oder Erkrankungen infrage. Eine neu entstandene oder anhaltende Verstopfung verdient deshalb Aufmerksamkeit, statt jahrelang nur mit wechselnden Hausmitteln behandelt zu werden.
Schrittweise statt radikal umstellen
Ballaststoffe können den Stuhl weicher und voluminöser machen. Steigern Sie sie langsam, etwa durch Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchte. Wer sehr schnell umstellt, bekommt manchmal Blähungen. Trinken Sie ausreichend entsprechend Ihrem persönlichen Bedarf; bei ärztlicher Trinkmengenbegrenzung gilt Ihre individuelle Empfehlung.
- Nehmen Sie Stuhldrang wahr und verschieben Sie den Toilettengang nicht ständig.
- Vermeiden Sie langes Sitzen und kräftiges Pressen auf der Toilette.
- Regelmäßige Bewegung kann helfen, den Alltag zu strukturieren.
- Quellstoffe benötigen eine geeignete Flüssigkeitszufuhr und sind nicht in jeder Situation passend.
Abführmittel können sinnvoll sein
Eine geeignete medikamentöse Stuhlregulation kann Teil der Behandlung sein. Welche Mittel infrage kommen, hängt vom Verlauf, Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab. Dauergebrauch ohne Beratung ist ebenso wenig sinnvoll wie ein pauschales Verbot aller Abführmittel.
Setzen Sie verschriebene Medikamente nicht selbst ab, wenn Sie sie als Ursache vermuten. Besprechen Sie stattdessen mögliche Alternativen.
Warnzeichen ernst nehmen
Starke Bauchschmerzen, Erbrechen, ein stark geblähter Bauch und fehlender Abgang von Stuhl und Winden können eine dringende Ursache haben. Suchen Sie dann rasch medizinische Hilfe. Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust oder anhaltende neue Veränderungen sollten ebenfalls untersucht werden.
Ein Stuhl- und Medikamentenprotokoll hilft beim Termin. Die verlinkte Quelle erklärt den Begriff; sie ersetzt keine umfassende individuelle Behandlungsberatung.
Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.
— Dr. med. Kathrin Hamann
Quellen
- Patienteninformation zum Thema – IQWiG / Gesundheitsinformation.de. Redaktionell geprüft am 19.10.2026.