Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen: Was hinter einem Badeohr steckt

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Wasser kann die Haut empfindlicher machen

Nach häufigem Schwimmen kann sich die Haut im äußeren Gehörgang entzünden. Feuchtigkeit und kleine Verletzungen begünstigen das. Das wird manchmal Badeohr genannt. Typisch sind Schmerzen, Juckreiz oder ein Druckgefühl; schon das Ziehen an der Ohrmuschel oder Druck vor dem Gehörgang kann wehtun.

Nicht jede Ohrbeschwerde nach dem Baden ist jedoch eine Gehörgangsentzündung. Ein Ohrenschmalzpfropf, eine Mittelohrentzündung oder andere Ursachen können ähnliche Beschwerden machen. Eine Untersuchung mit dem Ohrinstrument hilft bei der Unterscheidung.

Was Sie zunächst vermeiden sollten

Stecken Sie weder Wattestäbchen noch andere Gegenstände in den Gehörgang. Ohrenschmalz schützt die Haut; eine gründliche Reinigung kann diesen Schutz entfernen und winzige Verletzungen verursachen. Versuchen Sie auch nicht, das Ohr mit Alkohol, Essig oder ätherischen Ölen selbst zu behandeln.

Lassen Sie Wasser vorsichtig herauslaufen und trocknen Sie nur die äußere Ohrmuschel. Bei Beschwerden pausieren Sie das Schwimmen. Welche Schmerzmittel für Sie geeignet sind, hängt unter anderem von Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab.

Wie die Behandlung aussieht

Bei bestätigter Entzündung helfen häufig ärztlich ausgewählte Ohrentropfen. Manchmal muss der Gehörgang fachgerecht gereinigt werden. Nicht alle Tropfen sind bei einem verletzten Trommelfell geeignet. Verwenden Sie deshalb keine alten Restbestände ohne Beratung.

Antibiotika zum Einnehmen sind bei einer unkomplizierten Entzündung nicht automatisch notwendig. Die genaue Behandlung richtet sich nach Befund und Risikofaktoren.

Wann Sie rasch Hilfe brauchen

Starke oder zunehmende Schmerzen, Fieber, Schwellung um das Ohr, Ausfluss, deutliche Hörminderung oder Schwindel sollten untersucht werden. Bei Diabetes oder geschwächter Immunabwehr ist eine frühe Abklärung besonders wichtig.

Online lässt sich die Dringlichkeit einordnen, aber das Trommelfell können wir dort nicht zuverlässig ansehen. Halten Beschwerden an, ist eine Untersuchung vor Ort der nächste Schritt.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen