Lange Reise, schwere Beine: Wie Sie einer Reisethrombose vorbeugen

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Warum langes Sitzen eine Rolle spielt

Ob im Flugzeug, Auto oder Reisebus: Wenn Sie sich stundenlang kaum bewegen, fließt das Blut in den Beinvenen langsamer zurück zum Herzen. Selten entsteht dabei ein Blutgerinnsel, eine Thrombose. Für gesunde Menschen ist das Risiko auf Reisen meist gering. Entscheidend sind nicht allein die Reisedauer, sondern Ihre persönlichen Risikofaktoren.

Eine frühere Thrombose, eine kürzliche Operation, bestimmte Krebserkrankungen, Schwangerschaft oder östrogenhaltige Medikamente können das Risiko erhöhen. Besprechen Sie längere Reisen deshalb frühzeitig, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft.

Was Sie unterwegs tun können

  • Bewegen Sie regelmäßig Füße und Waden: Fußspitzen anheben, Fersen senken, Beine nicht dauerhaft übereinanderschlagen.
  • Stehen Sie auf, wenn es sicher möglich ist; planen Sie bei Autofahrten Bewegungspausen ein.
  • Tragen Sie Kleidung, die nicht stark einschnürt, und trinken Sie passend zu Ihrem Bedarf.

Für Menschen mit erhöhtem Risiko können richtig angepasste Kompressionsstrümpfe sinnvoll sein. Eine vorbeugende Spritze kommt nur in bestimmten Situationen und nach ärztlicher Entscheidung infrage. Nehmen Sie nicht auf eigene Faust Aspirin oder Blutverdünner zur Reisevorsorge.

Geschwollene Beine: wann abklären?

Eine neu aufgetretene, einseitige Schwellung, Wärme oder Schmerzen im Bein sollten rasch untersucht werden. Das gilt auch nach der Rückkehr. Beidseitig schwere Beine nach langem Sitzen sind dagegen nicht automatisch eine Thrombose; eine sichere Unterscheidung ist per Blickdiagnose nicht möglich.

Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerz, Ohnmacht oder Bluthusten wählen Sie 112. Ein Gerinnsel kann in die Lunge wandern und eine Lungenembolie verursachen.

Gut vorbereitet reisen

Notieren Sie Reisedauer, Medikamente und frühere Gerinnsel vor einem Beratungstermin. Online lässt sich die Vorbereitung besprechen; bei Verdacht auf eine Thrombose brauchen Sie unverzüglich eine Untersuchung vor Ort.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen