Reisedurchfall: Flüssigkeit ersetzen und Warnzeichen erkennen

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Der wichtigste Schritt ist Flüssigkeitsersatz

Ungewohntes Essen ist nicht immer der Grund: Reisedurchfall wird häufig durch Krankheitserreger in Lebensmitteln oder Wasser ausgelöst. Meist bessert er sich wieder. Gefährlich kann der Verlust von Wasser und Salzen werden, besonders bei Kindern, älteren Menschen und Vorerkrankungen.

Eine orale Rehydratationslösung ist eine passende Mischung aus Salzen und Zucker zum Trinken. Fertige Pulver aus der Apotheke werden genau nach Anleitung mit geeignetem Wasser zubereitet. Trinken Sie kleine Portionen wiederholt, wenn Ihnen übel ist. Cola und Salzstangen ersetzen eine solche Lösung nicht zuverlässig.

Essen, trinken und andere schützen

Essen Sie, was Sie vertragen; eine lange Nahrungspause ist meist nicht nötig. Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife, besonders nach dem Toilettengang und vor dem Essen. Bereiten Sie möglichst keine Speisen für andere zu, solange Sie akut krank sind.

Für die weitere Reise helfen hygienisch sichere Getränke und gut erhitzte Speisen. Absolute Sicherheit gibt es nicht; vermeiden Sie unnötige Risiken etwa durch ungeschälte, ungewaschene Lebensmittel oder unsicheres Leitungswasser.

Medikamente sind nicht immer die Lösung

Durchfallhemmende Mittel können Erwachsenen in bestimmten Situationen kurzzeitig helfen. Bei Blut im Stuhl, Fieber oder schwerem Krankheitsgefühl sind sie keine unkritische Selbstbehandlung. Antibiotika werden nur bei ausgewählten Verläufen eingesetzt; nehmen Sie keine Restbestände auf Verdacht.

Wann Sie Hilfe brauchen

Wenig Urin, ausgeprägter Durst, Benommenheit oder Kreislaufprobleme können Austrocknung anzeigen. Auch Blut im Stuhl, hohes Fieber, starke Bauchschmerzen oder anhaltender Durchfall gehören ärztlich beurteilt.

Bleiben Beschwerden nach der Rückkehr bestehen oder kommen sie erneut, nennen Sie Reiseziel und Zeitpunkt. Es können besondere Untersuchungen erforderlich sein. Eine Online-Beratung kann die nächsten Schritte klären; bei schwerer Austrocknung oder deutlicher Verschlechterung brauchen Sie unmittelbar Hilfe vor Ort.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen