Nierensteine: Wenn Flankenschmerzen plötzlich heftig werden

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Ein kleiner Stein kann große Schmerzen machen

Nierensteine entstehen aus Bestandteilen des Urins. Bleibt ein Stein in der Niere, kann er unbemerkt bleiben. Wandert er in den Harnleiter und behindert den Urinabfluss, können sehr starke, wellenartige Schmerzen auftreten. Sie strahlen manchmal in Unterbauch oder Leiste aus; Übelkeit und Blut im Urin sind möglich.

Flankenschmerzen haben aber auch andere Ursachen. Eine Nierenkolik sollte deshalb nicht allein anhand einer früheren Erfahrung selbst diagnostiziert werden.

Untersuchung bestimmt das Vorgehen

Urin- und Blutuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren helfen, Größe, Lage und mögliche Komplikationen zu beurteilen. Manche Steine gehen von selbst ab, andere benötigen einen Eingriff. Auch Schmerzbehandlung und Verlaufskontrollen gehören dazu.

Trinken Sie bei einer akuten Kolik nicht zwanghaft große Mengen, um einen Stein „herauszuspülen“. Bei blockiertem Abfluss kann das zusätzliche Beschwerden machen. Die passende Flüssigkeitszufuhr und Behandlung sollten fachlich besprochen werden.

Fieber ist besonders ernst zu nehmen

Flankenschmerzen zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost müssen dringend untersucht werden. Ein gestautes, infiziertes Harnsystem kann gefährlich sein. Ebenso wichtig sind fehlender oder stark verminderter Urin, unbeherrschbare Schmerzen oder anhaltendes Erbrechen.

Bei nur einer funktionierenden Niere, Schwangerschaft oder schweren Vorerkrankungen sollte die Schwelle zur Untersuchung niedrig sein. Bei akut bedrohlichem Zustand wählen Sie 112.

Nach dem Anfall vorbeugen

Wenn möglich, kann ein abgegangener Stein zur Analyse aufgefangen werden. Die Zusammensetzung hilft bei der Vorbeugung. Häufig ist regelmäßiges ausreichendes Trinken wichtig, sofern keine ärztliche Begrenzung besteht. Weitere Empfehlungen hängen von Steinart, Ernährung und Untersuchungsbefunden ab.

Eine pauschale Verbotsliste für Lebensmittel passt nicht für alle. Online lassen sich Befunde und Vorbeugung besprechen; akute Koliken oder Infektionszeichen brauchen Hilfe vor Ort.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen