Kniearthrose: Warum passende Bewegung wichtiger ist als Dauerschonung

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Arthrose ist mehr als ein Röntgenbild

Bei einer Kniearthrose verändern sich Knorpel und weitere Strukturen des Gelenks. Schmerzen, Steifigkeit und Belastungsprobleme sind möglich. Der Befund im Röntgenbild passt aber nicht immer genau zur Stärke der Beschwerden. Entscheidend ist auch, was Sie im Alltag tun können.

Nicht jeder Knieschmerz ist Arthrose. Verletzungen, Entzündungen und andere Ursachen müssen berücksichtigt werden, besonders wenn Beschwerden plötzlich beginnen oder das Knie stark anschwillt.

Bewegung passend dosieren

Regelmäßiges Kraft- und Bewegungstraining kann Schmerzen verringern und die Funktion verbessern. Eine physiotherapeutische Anleitung hilft, Übungen auf Ihr Knie und Ihre Ausgangssituation abzustimmen. Geeignet können zum Beispiel Radfahren, Gehen oder Bewegung im Wasser sein.

Beginnen Sie mit einem umsetzbaren Umfang und steigern Sie schrittweise. Eine kurze Beschwerdezunahme bedeutet nicht automatisch Schaden; deutliche oder anhaltende Verschlechterung gehört jedoch besprochen. Dauerschonung kann Muskeln schwächen und den Alltag weiter erschweren.

Weitere Möglichkeiten sorgfältig abwägen

Bei Übergewicht kann eine behutsame Gewichtsabnahme das Knie entlasten. Schmerzmittel können zeitweise helfen, haben aber Risiken, etwa für Magen, Nieren oder Herz-Kreislauf-System. Auch äußerlich angewendete Mittel sollten passend ausgewählt werden.

Spritzen und Nahrungsergänzungen werden häufig beworben. Fragen Sie nach realistischem Nutzen, möglichen Schäden und Kosten, statt Versprechen wie „Knorpelaufbau garantiert“ zu vertrauen. Ein Gelenkersatz kommt bei bestimmten ausgeprägten Beschwerden infrage, nicht allein wegen eines Bildbefunds.

Wann rasch untersuchen lassen?

Ein heißes, rotes, deutlich geschwollenes Knie mit Fieber braucht dringende Abklärung. Nach einem Unfall sind Fehlstellung oder Unfähigkeit aufzutreten ebenfalls Gründe für eine zeitnahe Untersuchung.

Notieren Sie Belastungsgrenzen und bisherige Therapien. Online lassen sich Befunde und Trainingsziele besprechen; für eine neue Diagnose und die Untersuchung des Gelenks ist ein Termin vor Ort nötig.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen