Gürtelrose: Bei schmerzhaften Bläschen früh ärztlichen Rat holen
Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min
Das Windpockenvirus kann wieder aktiv werden
Nach Windpocken bleibt das Virus im Körper. Wird es später wieder aktiv, kann Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster, entstehen. Typisch sind Schmerzen, Brennen oder Berührungsempfindlichkeit und später gruppierte Bläschen, häufig auf einer Körperseite.
Nicht jeder Ausschlag ist Gürtelrose. Schmerzen können dem Ausschlag vorausgehen, und der Verlauf kann unterschiedlich sein. Eine frühzeitige ärztliche Beurteilung ist sinnvoll, statt erst viele Tage mit Hautcremes zu experimentieren.
Warum zeitnahe Behandlung zählt
Je nach Alter, Befund und Risiken können virushemmende Medikamente infrage kommen. Für ihre Wirkung ist ein früher Beginn wichtig. Auch eine passende Schmerzbehandlung gehört dazu. Manche Menschen haben länger anhaltende Nervenschmerzen, selbst wenn die Haut bereits heilt.
Beginnen Sie keine Behandlung mit fremden Restmedikamenten. Nennen Sie Nierenprobleme, andere Medikamente und eine geschwächte Immunabwehr, damit die Therapie sicher geplant werden kann.
Gesicht und Augen brauchen besondere Aufmerksamkeit
Bläschen oder Schmerzen an Stirn, Nase oder in Augennähe sowie Augenrötung oder Sehstörungen sollten unverzüglich untersucht werden. Auch Ohrbeschwerden mit Gesichtsschwäche, ein ausgedehnter Ausschlag oder starkes Krankheitsgefühl benötigen rasche Abklärung.
Bei geschwächter Abwehr ist die Schwelle zur dringenden Untersuchung besonders niedrig. Online kann eine erste Einordnung helfen, aber eine notwendige Augen- oder andere Untersuchung darf dadurch nicht verzögert werden.
Andere schützen und Haut schonen
Bläschenflüssigkeit kann das Virus auf Menschen übertragen, die keinen Schutz gegen Windpocken haben. Decken Sie betroffene Stellen nach Möglichkeit ab, halten Sie die Hände sauber und vermeiden Sie direkten Kontakt gefährdeter Personen mit den Bläschen. Besonders ungeschützte Schwangere und Menschen mit geschwächter Abwehr sollten geschützt werden.
Kratzen oder aggressive Hausmittel reizen die Haut. Ob eine vorbeugende Impfung für Sie empfohlen ist, lässt sich anhand der aktuellen Empfehlung individuell besprechen.
Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.
— Dr. med. Kathrin Hamann
Quellen
- Patienteninformation zum Thema – gesund.bund.de, Gesundheitsportal des Bundes. Redaktionell geprüft am 19.10.2026.