Gicht: Ein rotes, schmerzhaftes Gelenk nicht einfach selbst behandeln

Dr. med. Kathrin Hamann · · 2 Min

Was bei einem Gichtanfall passiert

Bei Gicht können sich Harnsäurekristalle in Gelenken ablagern und eine starke Entzündung auslösen. Ein Gelenk wird plötzlich schmerzhaft, geschwollen, warm und rot. Häufig betrifft es den großen Zeh, aber auch andere Gelenke sind möglich.

Ein erhöhter Harnsäurewert allein ist nicht dasselbe wie Gicht. Ebenso ist ein rotes Gelenk nicht automatisch ein Gichtanfall. Gerade beim ersten Mal müssen andere Ursachen, besonders eine Gelenkinfektion, mitbedacht werden.

Den akuten Anfall abklären

Suchen Sie bei einem neu stark entzündeten Gelenk zeitnah ärztlichen Rat. Bei Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder geschwächter Abwehr ist eine rasche Untersuchung besonders wichtig. Eine Infektion darf nicht mit einer vermeintlichen Gicht verwechselt werden.

Entlasten Sie das Gelenk zunächst und kühlen Sie vorsichtig, wenn es angenehm ist. Die passende entzündungshemmende Behandlung richtet sich unter anderem nach Nierenfunktion, Magenproblemen und anderen Medikamenten. Verwenden Sie keine fremden Tabletten oder alten Restbestände.

Zwischen den Anfällen zählt Vorbeugung

Bei wiederkehrender Gicht kann eine harnsäuresenkende Behandlung sinnvoll sein. Sie wirkt langfristig und ist etwas anderes als die akute Schmerztherapie. Kontrollen und eine klare Einnahmeplanung helfen, das Ziel zu erreichen.

Setzen Sie eine laufende harnsäuresenkende Behandlung bei einem Anfall nicht eigenständig ab. Besprechen Sie Änderungen und mögliche zusätzliche Medikamente mit Ihrer Praxis.

Ernährung ohne Schuldzuweisung

Alkohol und bestimmte purinreiche Lebensmittel können eine Rolle spielen. Eine ausgewogene Ernährung und bei Bedarf langsame Gewichtsabnahme können unterstützen. Gicht hängt aber auch von Veranlagung, Nierenfunktion und Medikamenten ab; sie ist nicht einfach die Folge „falschen Essens“.

Strenge Crashdiäten sind keine gute Lösung. Online können wir Befunde und langfristige Maßnahmen besprechen; ein akut rotes, stark schmerzhaftes Gelenk braucht gegebenenfalls Untersuchung vor Ort.

Dieser Beitrag dient Ihrer Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

— Dr. med. Kathrin Hamann

Quellen